Wärmepumpe vs. Gasheizung: Was ist günstiger?

Wärmepumpe oder Gasheizung? Wir vergleichen Anschaffung, Betriebskosten, Förderung und Umweltbilanz und zeigen dir, wie du für dein Haus selbst rechnest.

Switchfy Redaktion5 Min. Lesezeit

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. So funktionieren die Systeme
  2. Anschaffungskosten im Vergleich
  3. Förderung 2026: Der Staat zahlt mit
  4. Betriebskosten: Hier wird es spannend
  5. Langfristiger Kostenvergleich
  6. Wann lohnt sich welches System?
  7. Umweltbilanz
  8. Fazit: Oft die Wärmepumpe, aber es kommt auf dein Haus an

Die Frage „Wärmepumpe oder Gasheizung?“ beschäftigt Millionen Hauseigentümer in Deutschland. 2026 haben sich die Regeln für neue Heizungen erneut geändert, und auch die Förderung wurde umgebaut. Doch welches System ist tatsächlich günstiger, kurzfristig und langfristig? In diesem Ratgeber vergleichen wir beide Heizungssysteme und zeigen dir, wie du für dein eigenes Haus rechnest.

So funktionieren die Systeme

Gasheizung: Eine Gas-Brennwertheizung verbrennt Erdgas und nutzt die entstehende Wärme zum Heizen und für Warmwasser. Moderne Brennwertgeräte arbeiten sehr effizient, weil sie auch die Wärme im Abgas nutzen. Das Gas musst du laufend einkaufen.

Wärmepumpe: Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) Wärme und bringt sie auf ein höheres Temperaturniveau. Dafür braucht sie Strom, aber deutlich weniger, als wenn man direkt mit Strom heizen würde. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie effizient die Pumpe arbeitet: Eine JAZ von 3,5 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 3,5 kWh Wärme werden.

Anschaffungskosten im Vergleich

Bei den Anschaffungskosten hat die Gasheizung einen klaren Vorteil, zumindest auf den ersten Blick:

  • Gas-Brennwertheizung: Die günstigste Variante in der Anschaffung, vor allem wenn bereits ein Gasanschluss vorhanden ist und keine großen Umbauten nötig sind.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Deutlich teurer als eine Gasheizung, aber die häufigste Variante für Bestandsgebäude, weil keine Bohrung nötig ist.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Durch die Erdbohrung noch einmal teurer, dafür meist effizienter im Betrieb.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Sehr effizient, aber nur bei geeignetem Grundwasser möglich und genehmigungspflichtig.

Die Preise schwanken je nach Haus, Region und Betrieb stark. Hol dir deshalb immer mehrere Angebote von Fachbetrieben ein.

Förderung 2026: Der Staat zahlt mit

Die höheren Anschaffungskosten der Wärmepumpe werden durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) abgefedert. Seit dem 21. Juli 2026 gelten dafür neue Regeln. Die wichtigsten Punkte:

  • Grundförderung: Ein fester Anteil der förderfähigen Kosten für den Umstieg auf eine Wärmepumpe.
  • Klimageschwindigkeitsbonus: Gibt es für den Austausch einer alten fossilen Heizung. Er wird seit Juli 2026 schrittweise gesenkt und soll bis 2028 auslaufen. Wer früher tauscht, bekommt also mehr.
  • Einkommensbonus: Haushalte mit niedrigem Einkommen erhalten einen zusätzlichen Bonus.
  • Obergrenzen: Die Förderquote ist gedeckelt, und auch die förderfähigen Kosten sind begrenzt.

Die genauen Sätze und Grenzen findest du bei der KfW. Prüfe sie vor dem Auftrag und stelle den Antrag rechtzeitig, bevor die Arbeiten beginnen. Mit Förderung schrumpft der Preisunterschied zur Gasheizung oft deutlich.

Betriebskosten: Hier wird es spannend

Die Betriebskosten entscheiden über die langfristige Wirtschaftlichkeit. Rechne am besten mit deinen eigenen Zahlen. So gehst du vor, am Beispiel eines Hauses mit 20.000 kWh Wärmebedarf im Jahr:

Gasheizung:

  • Gasverbrauch: Wärmebedarf geteilt durch den Wirkungsgrad deiner Anlage, bei einem modernen Brennwertgerät also etwas mehr als 20.000 kWh
  • Gaskosten: Gasverbrauch mal Arbeitspreis, dazu der Grundpreis
  • Dazu kommen Wartung und Schornsteinfeger

Wärmepumpe:

  • Stromverbrauch: Wärmebedarf geteilt durch die JAZ, bei einer JAZ von 3,5 also rund 5.700 kWh
  • Stromkosten: Stromverbrauch mal Arbeitspreis, dazu der Grundpreis. Viele Anbieter haben eigene Wärmepumpentarife, die günstiger sein können als normaler Haushaltsstrom.
  • Dazu kommt die Wartung, einen Schornsteinfeger brauchst du nicht

Weil die Wärmepumpe nur einen Bruchteil der Wärme als Strom einkauft, kann sie trotz des höheren Preises pro kWh im Betrieb günstiger sein. Ob und wie stark, hängt vor allem von der JAZ und vom Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreis ab. Hinzu kommt: Auf Erdgas fällt ein CO2-Preis an, der in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigt.

Langfristiger Kostenvergleich

Eine Heizung läuft oft 20 Jahre und länger. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Gesamtkosten: Anschaffung minus Förderung plus Betriebskosten über die gesamte Laufzeit. Die Gasheizung ist beim Kauf günstiger, die Wärmepumpe holt diesen Nachteil bei passenden Bedingungen über niedrigere Betriebskosten wieder auf. Steigen Gas- und CO2-Preise, verschiebt sich die Rechnung weiter zugunsten der Wärmepumpe. Lass dir am besten von einem Energieberater eine Rechnung für dein Haus aufstellen.

Wann lohnt sich welches System?

Die Wärmepumpe lohnt sich besonders, wenn:

  • Das Gebäude gut gedämmt ist
  • Flächenheizungen vorhanden sind (Fußbodenheizung, Wandheizung) oder die Heizkörper groß genug für niedrige Vorlauftemperaturen sind
  • Eine PV-Anlage auf dem Dach einen Teil des Stroms selbst erzeugt
  • Du eine hohe Förderung bekommen kannst
  • Du langfristig planst und Wert auf Zukunftssicherheit legst

Die Gasheizung kann (noch) sinnvoll sein, wenn:

  • Das Gebäude schlecht gedämmt ist und hohe Vorlauftemperaturen braucht
  • Eine umfassende Sanierung finanziell nicht möglich ist
  • Der Gasanschluss vorhanden ist und die alte Heizung dringend ersetzt werden muss
  • Du planst, in einigen Jahren zu sanieren und dann auf eine Wärmepumpe umzusteigen

Wichtig: Seit Ende Juli 2026 gilt statt des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes das Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Pflicht, beim Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energie zu nutzen, ist entfallen. Neu eingebaute Gas- und Ölheizungen müssen aber ab 2029 einen schrittweise steigenden Anteil an Biobrennstoffen oder Wasserstoff nutzen, und ab 2045 sollen Heizungen nur noch mit erneuerbaren Brennstoffen laufen. Wie teuer diese Brennstoffe werden, ist heute schwer abzuschätzen. Lass dich zum aktuellen Stand beraten, bevor du dich entscheidest.

Umweltbilanz

Bei der Umweltbilanz liegt die Wärmepumpe klar vorn:

  • Gasheizung: Beim Verbrennen von Erdgas entsteht direkt CO2, bei jeder Kilowattstunde Wärme.
  • Wärmepumpe mit deutschem Strommix: Deutlich weniger CO2 als eine Gasheizung, und mit jedem neuen Wind- und Solarpark wird die Bilanz besser.
  • Wärmepumpe mit Ökostrom: Im Betrieb nahezu ohne CO2-Ausstoß.

Wer seine Wärmepumpe mit Ökostrom oder eigenem Solarstrom betreibt, heizt besonders klimafreundlich.

Fazit: Oft die Wärmepumpe, aber es kommt auf dein Haus an

Für viele Hauseigentümer ist die Wärmepumpe 2026 die wirtschaftlich und ökologisch bessere Wahl. Die Förderung senkt die Anfangsinvestition, die Betriebskosten sind bei passenden Bedingungen niedriger, und der CO2-Ausstoß ist deutlich geringer. Allerdings muss das Gebäude geeignet sein. Bei schlecht gedämmten Altbauten kann eine Gasheizung als Übergangslösung sinnvoll bleiben.

Unser Tipp: Wenn du aktuell noch mit Gas heizt, prüfe deinen Gastarif mit unserem Vergleichsrechner und plane parallel den Umstieg auf eine Wärmepumpe. So sparst du womöglich schon heute und bist für die Zukunft vorbereitet.

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Gib ein paar Daten ein und sieh die Tarife sofort. Abschließen tust du direkt beim Anbieter.

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